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Mache deine eigene Welle

„Auch ohne Wellen und ohne Wind ist Surfen möglich.“

Ein ruhiger Morgen am Bergsee, gleich nach Sonnenaufgang wird der stille See plötzlich, wenn auch schwach, von einem einzigen Mann auf einem Brett gestört; ein Brett ohne Segel oder Paddel. Der stehende Surfer dreht sich und schneidet das Wasser bei einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h - aber wie?

Es ist eigentlich ganz einfach. Das Brett an sich hat unten einen Motor anstelle von Flossen, der das Brett antreibt und dem Surfer ermöglicht, auch in stillen Gewässern zu surfen, ohne die Hilfe von Paddeln, Segeln oder Wind. Ursprünglich wurde das Brett allerdings nicht für diesen Zweck entwickelt.

Surfing without limits

In einem Interview mit der Zeitschrift Bogner erläuterte der Erfinder des E-Brettes, Markus Schilcher, dass er eigentlich auf die Idee seines „Wasserwolfs“ kam, als er Probleme hatte, größere Wellen auf dem Meer zu erwischen. Erst später realisierte er, dass sein neues Brett auch verwendet werden könnte, um Wellen vollständig aus dem gesamten Vorgang zu eliminieren. Surfing without limits „Das Brett verfügt über einen sehr starken Motor, der durch eine aufladbare Lithium-Batterie angetrieben wird“, sagt Schilcher. „Dann drücke ich auf dem Brett einfach auf Start und kann mit dem Surfen beginnen.“ Die Idee scheint ziemlich innovativ für jemanden, der nur ein Amateur-Surfer ist und dies als Hobby betreibt, doch Schilcher studierte tatsächlich Maschinenbau und arbeitete fünfzehn Jahre lang auf diesem Gebiet. Es war nur natürlich, dass er ein solches Brett entwickeln würde.

Seit er den ersten Wasserwolf selbst gebaut hatte, erweiterte Schilcher seine Idee zu einem Geschäft, welches nun über zwei Testzentren verfügt: eines am Starnberger See in Deutschland, das andere am Gardasee in Italien. An beiden Standorten kann jeder vorbeikommen und eines der E-Bretter ausprobieren; falls gewünscht, kann man diese auch kaufen.

Leider stehen die Bretter der allgemeinen Öffentlichkeit noch nicht zum Kauf zur Verfügung. Jedes Brett kostet zwischen 8.000 - 9.000 € (9,150 - 10,300 $), was sie zu luxuriösen Sportartikeln macht. Der Unterschied zwischen dem Standard- und dem Premium-Brett ist nur technischer Natur, wobei die Premium-Bretter auch über eine Bluetooth-Verbindung verfügen.

Obwohl die Kosten die Bretter sehr exklusiv machen, sind es die Bretter selbst nicht: Anfänger können E-Bretter genauso gut wie erfahrene Surfer verwenden. Man kann auf ihnen auf dem Bauch liegend oder im Stehen surfen. Das Wasserwolf-Brett stellt einen Durchbruch in einer Sportart dar, die für einige Zeit unverändert geblieben ist, was erneut beweist, dass die Möglichkeiten bezüglich Sport endlos sind.

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