Stories // Sport

Simon Beck

"Eine Skizze und ein Kompass ...das ist alles, was ich mitnehme"

Schnee. Diese weiße Leinwand in der Natur hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Ihre Beschaffenheit verändert sich ständig und hängt allein von der nicht vorhersehbaren Wetterlage ab. Spuren können innerhalb von Sekunden ausgelöscht werden – ein unberechenbares Szenario für die Schaffung von Kunstwerken. Doch Simon Beck, der bisher einzige Schneekünstler der Welt, scheint diese Herausforderung gerne anzunehmen.

Der Schnee fasziniert den bärtigen Briten seit seiner Kindheit. Was vor gut einem Jahrzehnt als Hobby anfing, ist heute begehrte Kunst. An einem Dezembertag im Jahr 2004 war das Bewegungsbedürfnis von Beck nach dem Skifahren noch nicht gestillt und er begann, ein Muster in den Schnee zu stampfen. Als er sein Werk danach vom Skilift aus betrachtete, wurde ihm klar, dass seine Leidenschaft für Orientierungslauf und körperliche Bewegung eine ganz neue Gestalt annehmen könnte. So ist die Idee von der Schneekunst entstanden.

Für seine vergänglichen Meisterwerke in den Alpen und darüber hinaus braucht Simon Beck nur einen Kompass, eine Skizze, Stöcke zum Abstecken und seine zwei Füße. Einige seiner Zeichnungen sind so groß wie zwei bis acht Fußballfelder und die Arbeit kann bis zu 12 Stunden dauern. Helfer könnten hier gut gebraucht werden, doch kaum einer hält eine solche Anstrengung in der Kälte aus. Und wie sollen diese Schnee-Chefs-d'Oeuvres überdauern, wenn sie binnen kürzester Zeit von Wind und Neuschnee wieder zerstört werden? Mit Fotos! Um die Schönheit der Werke einzufangen, braucht es Bilder von bester Qualität.

Wie geht es weiter?

„Manchmal frage ich mich, ob Schneekunst eine vorübergehende Erscheinung ist oder ob es auch andere tun werden, vielleicht besser als ich. Dann wäre ich der Gründer einer weltweiten Kunstform ... Eine andere Möglichkeit sind Zeichnungen im Sand, was leichter ist als im Schnee. Allerdings lockt es mich auch, etwas mit einem beständigeren Medium zu machen, beispielsweise durch Beton zu gehen, bevor er sich verfestigt.“

Wie geht es weiter?

Für eine so außergewöhnliche Kunstform braucht es aber nicht nur Talent, Zielstrebigkeit und Körperkraft. Wichtig ist auch die richtige Kleidung. Diese muss warm und bequem sein, wenn der Künstler seine Muster in den Schnee stampft. Simon Beck weckte die Aufmerksamkeit von Bogner und erhielt den Auftrag, das Firmenlogo in einen zugefrorenen See zu „schreiben“. Nach stundenlanger harter Arbeit mit einer allseits bewunderten Präzision und Motivation konnte das schöne B mit der Kamera eingefangen werden. Eine bleibende Erinnerung an Becks vergängliche Kunst.

Other Stories

>